Eine kleine Geschichte danach

Ich stehe im Frieden eines Hauses. Das ist verblüffend. Ich habe gerade erst die Eingangstür durchschritten und mich umgeben die ersten Wände des Hauses. Draußen tönt eigentlich der Lärm des Verkehrs, aber ich höre ihn nicht mehr. Es ist ganz still. Die Bewohner des Hauses lächeln freundlich und bitten mich herein.


Viele Wände sind sichtbar aus Holz, andere verputzt und gestrichen. Zahlreiche  Möbel aus Holz und anderem Material und verschiedene Bilder und Gegenstände schmücken das Innere. Wir durchschreiten die Mitte des Hauses und gelangen durch das Wohnzimmer schließlich in den Wintergarten. Es ist trotz kühler Außentemperaturen warm und gemütlich. Ich werde gebeten, Platz zu nehmen und höre dann zu, wie mir die Geschichte des Hauses erzählt wird. Der Frieden bleibt. Die Stille scheint greifbar. Sie schmiegt sich freundlich lächelnd an die erzählenden Stimmen meiner Gastgeber. Ich spüre ein angenehmes Gefühl in meinem Rücken und merke, wie ich im Augenblick versinke, der sich hier und jetzt zu einer Ewigkeit auszudehnen scheint.


Nach und nach entfaltet sich die ganze Lebensgeschichte der Bewohner dieses Hauses. Ich überlege ernsthaft, ein Buch über die Bäume und das Holz zu schreiben. Alles ist unglaublich spannend. Ich stelle wieder fest, dass ich Lebensgeschichten von Menschen liebe.


Das Holz atmet. Die Bäume atmen. Immer noch. Das Ehepaar, welches vor mir sitzt, lächelt und bedankt sich für meinen Besuch. In der Zwischenzeit sind unbemerkt zwei Stunden verstrichen. Ich antworte ihnen, dass der Dank auf meiner Seite liegt. Ich verabschiede mich und fahre.  Die Stille des Hauses begleitet mich. Auf dem langen Weg über die sanften Hügel des Vogelsberges bleiben mir der Frieden und die Stille des Hauses als kostbares Geschenk.

Naturkraft - ABC